Man hört oft
„Bei Dunkelflaute steht alles still – das kann nie funktionieren.“
Berechtigte Frage
Was daran stimmt
Das ist der beste Einwand auf dieser Liste. Dunkelflauten – wenig Wind, wenig Sonne, oft im Winter – sind real, sie sind physikalisch, und Batteriespeicher überbrücken sie nicht. Ohne gesicherte Reserve geht es nicht.
Wo es kippt
Nur bei der Häufigkeit hängt alles an der Definition. Wer die Schwelle locker setzt, macht aus jedem trüben Wochenende eine Dunkelflaute.
Die Zahlen
- Uniper-Auswertung (Daten 2016–2025): 1.435 Ereignisse über 10 Stunden, mittlere Dauer 12,9 Stunden.
- Für die versorgungskritischen langen Ereignisse (über 48 Stunden) nennt der Deutsche Wetterdienst im Mittel rund 2 pro Jahr.
- Die intensivste modellierte kalte Dunkelflaute in einer 35-Jahres-Reihe dauerte 61 Tage.
- Für ein vollständig erneuerbares System werden rund 36 TWh Speicher veranschlagt – heutige Pumpspeicher liegen bei rund 36 GWh, also dem Tausendstel.
- Lösungsbausteine: wasserstofffähige Gaskraftwerke, Langzeitspeicher, Lastmanagement, europäischer Verbund.
Quellen
- Uniper-Kurzstudie zu Dunkelflauten (2026), Auswertung 2016–2025
- Deutscher Wetterdienst, Häufigkeit langer Dunkelflauten
- Ruhnau & Qvist, Storage requirements in a 100 % renewable electricity system
Nicht unmöglich, aber teuer und im Detail ungelöst. Wer das kleinredet, macht es sich zu einfach.
Nächster Satz „Wir kaufen Atomstrom aus Frankreich und Kohlestrom aus Polen.“