Man hört oft
„Im Altbau funktioniert eine Wärmepumpe nicht.“
Ein wahrer Kern
Was daran stimmt
Der physikalische Kern stimmt: Je heißer das Wasser im Heizkörper sein muss und je kälter es draußen ist, desto schlechter arbeitet eine Wärmepumpe. In sehr schlecht gedämmten Häusern kann sie unwirtschaftlich werden. Und schlecht geplante Anlagen gibt es wirklich.
Wo es kippt
Beim Baujahr als Ausschlusskriterium. Der große Feldtest des Fraunhofer ISE fand keinen belastbaren Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz – entscheidend sind Heizkörpergröße und Hydraulik.
Die Zahlen
- Fraunhofer-ISE-Feldtest (abgeschlossen 2025): 77 Anlagen in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001, vier Jahre gemessen.
- Jahresarbeitszahl im Mittel 3,4 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen und 4,3 bei Erdreich – aus einer Kilowattstunde Strom werden also 3,4 bzw. 4,3 Kilowattstunden Wärme.
- CO₂-Ersparnis gegenüber Gas: 64 % beim Strommix 2024.
- Bei einer Kältewelle um −4 °C lag die mittlere Effizienz in einer französischen Auswertung noch bei rund 2,0.
- Skandinavien hat die höchste Wärmepumpendichte Europas – bei deutlich kälteren Wintern.
Quellen
- Fraunhofer ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (2025)
- ADEME (Frankreich), Auswertung Kältewelle Januar 2024
Es kommt auf Heizkörper und Planung an, nicht auf das Baujahr.
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