Man hört oft
„Windräder heizen das Klima auf – das hat Harvard herausgefunden.“
Stimmt so nicht
Was daran stimmt
Die Studie existiert und ist seriös: Lee Miller und David Keith von der Harvard University, veröffentlicht 2018 im Fachjournal Joule. Sie kommt tatsächlich auf eine Erwärmung von 0,24 °C, nachts örtlich bis 1,5 °C.
Wo es kippt
Zwei Dinge fehlen beim Weitererzählen. Erstens das Szenario: Gerechnet wurde, was passiert, wenn man den gesamten Strombedarf der USA mit Wind deckt – dafür wäre rund ein Drittel der Landesfläche mit Turbinen bedeckt. Zweitens die Art des Effekts: Die Turbinen erzeugen keine Wärme, sie durchmischen nachts die bodennahe Luft und holen wärmere Luft nach unten. Das ist ein örtlicher Effekt an der Oberfläche, keine zusätzliche Wärme im Klimasystem.
Die Zahlen
- Die Autoren selbst schreiben, Wind schneide gegenüber Kohle bei jedem Umweltmaßstab besser ab.
- Photovoltaik hat laut derselben Studie einen etwa zehnmal kleineren Effekt je erzeugter Energieeinheit.
- Das New Scientist-Magazin verwies darauf, dass die Durchmischung womöglich um bis zu Faktor 3 überschätzt wurde.
Quellen
Die Studie ist echt, das Ergebnis auch – es beschreibt aber eine örtliche Umverteilung von Wärme in einem extremen Rechenszenario, keine globale Erwärmung durch Windräder.
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