Man hört oft
„Der Atomausstieg war der größte Fehler – Kernkraft ist billig und sauber.“
Berechtigte Frage
Was daran stimmt
Vieles daran ist richtig: Kernkraft ist im Betrieb CO₂-arm und läuft unabhängig vom Wetter. Abgeschriebene Altanlagen produzieren günstig. Und die Frage, warum man CO₂-freie Kraftwerke abschaltet und dafür Kohle verfeuert, ist eine ehrliche Frage.
Wo es kippt
Beim Wort „billig“ – und zwar nur beim Neubau. Bestehende Anlagen sind günstig, neue sind es nirgendwo auf der Welt.
Die Zahlen
- Lazard-Stromgestehungskosten (v17.0, 2024): Neubau-Kernkraft 141–220 $/MWh gegenüber 29 $/MWh für große Solaranlagen und 27–37 $/MWh für Wind an Land.
- Hinkley Point C in Großbritannien: garantierter Abnahmepreis 92,50 £/MWh (Preisstand 2012), Baukosten inzwischen 21,5–22,5 Mrd. £.
- Flamanville und Olkiluoto: jeweils über ein Jahrzehnt Verzug.
- Ein Wiedereinstieg würde 10 bis 15 Jahre und mehr bis zum ersten Strom dauern.
- Fair dagegengehalten: Die Kostenvergleiche bilden die Backup- und Netzkosten schwankender Erzeugung nicht ab, und Frankreichs Altpark liefert real günstigen CO₂-armen Strom.
Quellen
- Lazard, Levelized Cost of Energy v17.0 (2024)
- Projektberichte Hinkley Point C, Flamanville 3, Olkiluoto 3
Eine ehrliche Debatte – nur das Kostenargument dreht sich beim Neubau um.
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