Man hört oft
„Ein Windrad bringt nie die Energie zurück, die seine Herstellung gekostet hat.“
Stimmt so nicht
Was daran stimmt
Die Frage dahinter ist berechtigt und ingenieursmäßig richtig gestellt: Herstellung kostet Energie, und es gibt tatsächlich eine energetische Amortisationszeit. Man kann und sollte sie ausrechnen.
Wo es kippt
Die Größenordnung stimmt nicht. Gerechnet wird die Amortisation in Monaten, nicht in Jahrzehnten – und über die Laufzeit liefert eine Anlage ein Vielfaches dessen, was ihre Herstellung gekostet hat.
Die Zahlen
- Umweltbundesamt (2021): Windkraft amortisiert sich energetisch in 2,5 bis 11 Monaten, Photovoltaik in Deutschland in 0,9 bis 2,1 Jahren.
- Erntefaktor Windkraft: typisch 16 bis 51, meist 30 bis 40 – die Anlage liefert also das 30- bis 40-Fache ihres Herstellungsaufwands.
- Erntefaktor Photovoltaik: 10 bis 30; Fraunhofer ISE nennt für Mitteleuropa eine Amortisation von etwa 1 bis 1,3 Jahren.
- Fossile Kraftwerke amortisieren sich energetisch nie – sie brauchen dauerhaft Brennstoff.
Quellen
- Umweltbundesamt, Energetische Amortisationszeiten erneuerbarer Energien (2021)
- Fraunhofer ISE, Photovoltaics Report
Die Rechnung ist die richtige Frage – sie fällt nur deutlich anders aus, als der Spruch nahelegt.
Nächster Satz „Für jedes Windrad wird in China die Erde umgegraben.“