Man hört oft
„Für jedes Windrad wird in China die Erde umgegraben.“
Ein wahrer Kern
Was daran stimmt
Der Kern ist real: Bestimmte Windräder – getriebelose Anlagen mit Permanentmagneten – enthalten Neodym, und der Abbau seltener Erden in China verursacht schwere Umweltschäden, unter anderem durch radioaktives Thorium in den Abraumhalden. Auch die Abhängigkeit von China ist real.
Wo es kippt
Das Wort „jedes“. Es hängt vollständig vom Bauart-Konzept ab, und mehrere verbreitete Konzepte kommen ohne seltene Erden aus.
Die Zahlen
- Wuppertal Institut: rund 201 kg Neodym je Megawatt bei Direktantrieb, rund 50 kg bei mittelschnellen und rund 25 kg bei hochtourigen Generatoren.
- Getriebeanlagen mit elektrisch erregtem Synchrongenerator brauchen gar kein Neodym.
- Kinderarbeit ist beim industriellen Abbau seltener Erden in China nicht das zentrale dokumentierte Problem – das betrifft vor allem Kobalt im Kongo und wird hier häufig vermischt.
Quellen
- Wuppertal Institut (2015), Rohstoffbedarf von Windenergieanlagen
Berechtigte Kritik an einer Bauart – aber sie gilt nicht für Windkraft an sich.
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