Man hört oft
„Als wir Kinder waren, war es auch schon immer so heiß im Sommer.“
Stimmt so nicht
Was daran stimmt
Die Erinnerung ist echt. Heiße Sommer gab es auch in den 1960er- und 70er-Jahren, und einzelne Hitzetage waren damals schon ein Gesprächsthema. Wer sagt, früher sei es auch heiß gewesen, hat also recht.
Wo es kippt
Die Frage ist nicht, ob es heiße Tage gab, sondern wie viele. Genau das lässt sich nachzählen, ohne jemandem glauben zu müssen: Für jeden Tag seit 1966 wird der heißeste von 27 Orten in Brandenburg genommen und gezählt, wie oft die 30- beziehungsweise 32-Grad-Marke überschritten wurde. Die Zahl hat sich verdoppelt.
Die Zahlen
- Tage über 30 °C: 7,5 pro Jahr im Schnitt der Jahre 1966–1995, 14,8 pro Jahr 1996–2025.
- Tage über 32 °C: 3,0 pro Jahr (1966–1995) gegenüber 6,9 pro Jahr (1996–2025).
- Spitzenjahr ist 2018 mit 33 Tagen über 30 °C – in den ersten zehn Jahren der Auswertung lag der Höchstwert bei 16.
- Der Jahresniederschlag hat sich dabei kaum verändert: 643 mm im Mittel 1966–1995, 623 mm 1996–2025 – bei einer Schwankung einzelner Jahre zwischen 410 und 814 mm also praktisch unverändert.
Quellen
- Rohdaten: Open-Meteo, ERA5-Reanalyse (stündliche Wetterdaten des europäischen Wetterdienstes ECMWF), abgerufen für 27 Orte in Brandenburg, 1966 bis heute
- Auswertungsskript und Rohdaten-Cache liegen offen vor – die Zahlen oben lassen sich damit nachrechnen
Heiße Tage sind nicht neu. Neu ist, dass es etwa doppelt so viele sind wie in der eigenen Kindheit.
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