Man hört oft
„Der Infraschall von Windrädern macht krank.“
Stimmt so nicht
Was daran stimmt
Die Quelle war keine Erfindung, sondern eine Bundesbehörde: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe veröffentlichte 2005 Werte von über 100 dB. Wer sich darauf berief, berief sich auf eine amtliche Studie – das war nachvollziehbar.
Wo es kippt
An einem Rechenfehler, den die Behörde selbst eingeräumt hat. Die Werte waren um 36 Dezibel zu hoch angesetzt – das entspricht etwa dem Viertausendfachen der Schallleistung. Zusätzlich wurde eine 660-kW-Anlage fälschlich als 200-kW-Anlage gerechnet.
Die Zahlen
- Die Bundesanstalt räumte den Fehler im April 2021 öffentlich ein; der damalige Wirtschaftsminister entschuldigte sich dafür.
- Korrigiert liegt der Infraschall einer Anlage schon in rund 200 m Abstand unter der Hörschwelle.
- WHO und das finnische Forschungszentrum VTT finden keine nachweisbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Infraschall von Windrädern.
- Beschwerden sind damit nicht eingebildet: Erwartungsangst kann reale Symptome auslösen – das ist medizinisch anerkannt.
Quellen
- Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Korrektur April 2021
- Baumgart et al., Analyse der fehlerhaften Pegelberechnung
Die Zahl, auf der alles aufbaute, war ein Rechenfehler – eingeräumt von der Behörde selbst.
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