Man hört oft
„Die Rotorblätter sind Sondermüll, den kein Mensch recyceln kann.“
Ein wahrer Kern
Was daran stimmt
Bei den Rotorblättern trifft die Kritik einen wunden Punkt. Sie bestehen aus glas- oder carbonfaserverstärktem Kunststoff, und der übliche Weg ist bis heute die Verbrennung im Zementwerk. Echtes stoffliches Recycling ist das nicht.
Wo es kippt
Aus dem Problem der Blätter wird beim Erzählen das Problem der ganzen Anlage. Tatsächlich sind 85–90 % einer Windkraftanlage – Stahl, Beton, Kupfer – gut recycelbar. Die Blätter sind der kleinste Massenanteil.
Die Zahlen
- 85–90 % der Anlagenmasse sind etablierte Recyclingwege.
- Umweltbundesamt: rund 20.000 t Rotorblattmaterial pro Jahr in den 2020ern, bis etwa 50.000 t pro Jahr in den 2030ern.
- Ein Bericht des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Bundestag (Januar 2026) bestätigt: großtechnisch etablierte stoffliche Verwertungswege fehlen bislang.
- EU-Projekte wie REFRESH zielen auf über 90 % Recycling; einzelne Betreiber haben sich auf 100 % bis 2030 festgelegt.
Quellen
- Umweltbundesamt, Rückbau und Recycling von Windenergieanlagen
- Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), Bericht Januar 2026
Ein reales, ungelöstes Detailproblem – aber es betrifft den kleinsten Teil der Anlage, nicht die Anlage.
Nächster Satz „Ein Windrad bringt nie die Energie zurück, die seine Herstellung gekostet hat.“