Man hört oft
„Windräder schreddern unsere Vögel.“
Ein wahrer Kern
Was daran stimmt
Windräder töten Vögel und Fledermäuse, das ist unbestritten. Der NABU schätzt rund 100.000 Vögel pro Jahr in Deutschland. Greifvögel wie der Rotmilan und Fledermäuse sind überproportional betroffen.
Wo es kippt
Was fast immer fehlt, ist der Vergleich mit anderen Todesursachen. Die sind um Größenordnungen bedeutender – nicht ein bisschen, sondern um das Hundert- bis Tausendfache.
Die Zahlen
- Schweiz (Bundesamt für Energie): rund 36 Mio. Vögel sterben jährlich durch menschliche Einflüsse – davon rund 30 Mio. durch Katzen, 5 Mio. an Glasfassaden, 1 Mio. im Verkehr. Pro Windrad sind es etwa 10 Vögel im Jahr.
- USA: rund 48.000 Windräder töten etwa 140.000 Vögel jährlich – Gebäude und Glas über 365 Mio.
- EU-Projekt LIFE EUROKITE mit über 2.000 besenderten Rotmilanen: Haupttodesursachen sind Beutegreifer, Giftköder, Straßenverkehr, Abschüsse und Stromleitungen; Windkraft spielt eine untergeordnete Rolle.
- Wirksame Gegenmaßnahmen sind erprobt: Abschaltung bei Fledermausaktivität, Mindestabstände zu Horsten, Antikollisionssysteme.
Quellen
- NABU, Vogelschlag an Windenergieanlagen
- Bundesamt für Energie (Schweiz), Vergleich von Vogelverlusten
- LIFE EUROKITE, Telemetrieprojekt zu Todesursachen des Rotmilans
Der Vogelschutz ist ein echtes Argument – nur zeigt er, wenn man ihn ernst nimmt, vor allem auf Katzen, Glas und Verkehr.
Nächster Satz „Die Rotorblätter sind Sondermüll, den kein Mensch recyceln kann.“